Über mich

 

Also das mit so einer Vita ist so eine Sache... Leute wollen zwar was von mir wissen (wo ich herkomme, was ich so gemacht habe, wie ich ticke), andererseits ist eine Vita vor allem eine prima Sache für echte Angebertypen: man kann sich so schön selber darstellen, sich überheben über andere, sich größer machen, damit andere kleiner erscheinen. Wie verfasse ich eine Vita so, dass sie über das Wichtigste informiert, aber dennoch nicht wie Prahlen wirkt, und wie erzähle ich informativ genug von mir, ohne mich innerlich so auszustülpen, wie es Menschen bei Farcebook tun?
Ein Versuch.

Geboren und aufgewachsen in den 60ern im Schwäbischen.

Inzwischen mit etwas mehr Bart.

Ja, ich beherrsche die Weltsprache Schwäbisch, denke, fühle und handle wie ein Schwabe, schätze die schwäbische Küche und fast die ganze Lebensart sehr. Stolz drauf? Jo. („Wennd Henna henna send, kemmer gao gao.“)

Studium. Mit 16 das erste Mal einen Bass in die Hand genommen. Als 17jähriger angefangen Kontrabass zu studieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Prof. Ulrich Lau. Nach 6 Jahren gab es ein Diplom als Orchestermusiker und ein weiteres Diplom als Privatmusiklehrer.

Was genau sagt das aus? Dass ich einen späten Start, aber dafür einen erstklassigen Lehrer hatte. Auch besondere Begabung oder Glück und Dusel taugen so gar nicht zum Prahlen - sie machen niemand zu etwas besserem, denn es sind Geschenke! Genauer sind es Gaben und die kommen von einem Geber. Ich war das nicht. Das Studium war insgesamt ein echter Spaß: endlose Fachsimpelei, Wettkampf, interessante Konzertreisen, Bassquartett, Höfische Tänze, Chor mit Dieter Kurz, Chorleitung studiert, usw.

Erste Stelle mit 23 Jahren als Solokontrabassist am Staatstheater Braunschweig, noch als Student.

Hiermit ließe sich leicht angeben. Aber hätte es nicht diese großartige Braunschweiger Bassgruppe gegeben, die den jungen Wilden an der Solostelle ertragen hat, wäre ich nicht übers Probejahr gekommen. Ein besonderer Spaß allerdings war, dass ich um diese Stelle drei Mal spielen mußte. Mit 22, mit 22,5 und mit 23. Alle drei Mal hab ich das Probespiel für mich entschieden. Bekommen hab ich die Stelle erst beim dritten Mal. Gott hat echt Humor.

Große Lücke in meiner Musikkarriere: einen weiteren Beruf erlernt und anderer Berufung gefolgt. Aber hier geht es ja ums Musikalische, also...

... überspringe ich dieses Abenteuer. Wir können gerne bei einer Tasse Tee zusammensitzen und drüber plaudern. War etwas „ungewöhnlich“, die Geschichte. Und sehr prägend. Dal segno al fine...

Seit 2002 dann als Solokontrabassist bei den Bochumer Symphonikern. 

Wie kann man nach mehreren Jahren ohne Kontrabass und nach so extrem kurzer Zeit zu üben so eine Stelle kriegen? Gott wirkt konkret, unmittelbar und überraschend. So hat er mich in ein absolut wunderbares Orchester geführt und in eine Bassgruppe, in der man sich wirklich wohlfühlen kann. Die Geschichte dazu gehört zu „beim Tee“.

Immer schon Schüler

Immer schon hatte ich Kontrabassschüler und große Freude am Unterrichten. Inzwischen habe ich meine eigene Kontrabasstechniksammlung herausgebracht, die ich meinen Schülern weitergebe. Die wächst immer noch weiter. Kleiner Tipp: Frag meine Schüler. Komm mal auf eine Probestunde vorbei. 


Viel Spaß macht mir auch das BoSy Projekt „Bosy im Klassenzimmer“. Da erzähle ich im Kindergarten oder Grundschule was über den Bass und lasse auch ausprobieren. Großer Spaß!

Jetzt erstmal Tee kochen gehn.